Ein kleiner Weihnachtsgruß!

 
 


Wie geht es dir so in diesen Tagen?
Ich bin geschafft, etwas traurig und enttäuscht. Meinen Gemütszustand könnte man als neblig
grauen Novembertag mit Nieselregen beschreiben. Warum ist das so? Ich bin nicht depressiv, ich
gehöre nicht zu den ewigen Nörglern, es stecken ganz rationale Gründe dahinter.

Nur 2 Beispiele:
Ich sehe, wie sich viele Wissenschaftler mühen, den Klimawandel zu untersuchen und dazu
eindeutige Ergebnisse vorlegen und beispielsweise in Berichten des IPCC zusammenfassen. Dies dann
abgetan wird als Panikmache oder Unwahrheit von Leuten die von Forschung keine Ahnung haben,
am besten mit den Worten „Is gab ah früher schiee warmes und treiches Watter“. Ja, Wetter und
Klima, schlimm wenn man schon diesen banalen Unterschied nicht kennt.

Ich treffe auf Coronaleugner und Impfgegner mit ihren Parolen: „Schlafschaf, lass dich nicht
chippen!“ Dabei wissen Sie nichts von minimal möglichen Chipgrößen, Sendereichweiten integrierter
Systeme und nutzen munter ihre tragbare Wanze, äh ich meine ihr Smartphone und versprühen Hass
und Hetze im Internet. So bringen Sie dann auch aufrichtige Leute, Pastoren und Bürgermeister zum
Schweigen. Ich treffe Maskengegner aus unserer Gemeinde ohne Mund-Nasen-Schutz im Diska,
obwohl dessen Nutzen zweifelsfrei erwiesen ist und das Tragen einer Maske damit auch ein Akt der
Nächstenliebe ist.

Ich könnte zu diesen Beispielen noch genauer werden oder weitere anführen. Das würde aber nichts
bringen. Die eigentliche Frage ist: Warum ist das so? Antwort: Bequemlichkeit! Es ist leichter
unbequeme wissenschaftliche Erkenntnisse als Unwahrheit und Panikmache abzutun, als seinen
Lebensstil zu hinterfragen und anzupassen. Wir als Christen haben übrigens den Auftrag, Gottes
Schöpfung zu bewahren (1. Mose 2,15). Es ist auch einfacher auf Einschränkungen zu schimpfen, die
mich meiner Freiheit berauben, als diese ehrlich zu evaluieren und auch das Gute in leider nur gut
gewollten politischen Entscheidungen zu sehen und sich zu fügen (Römer 13,1). Und es ist leichter
mit Schimpfen, oder ein paar Hasskommentaren seinem Unmut Luft zu machen, als ruhig zu bleiben,
den Anderen zu achten und kreativ zu werden, um ihm eine Freude zu machen (Römer 12,10-13).

Letztens dachte ich mir: Wie hält Gott bloß diesen Zustand aus? Milliarden dumme Menschen, die
seine Schöpfung zerstören, das Geschenk ihres Lebens nicht achten, sich gegenseitig anfeinden und
sogar hassen. Ich hätte an seiner Stelle wohl schon lange den „Reset“ – Knopf gedrückt und das mit
der Schöpfung nochmal neu probiert.

Zu unserem Glück ist Gott anders. In die größte Dunkelheit schickt er ein zerbrechliches, kleines Licht,
in Liebe. In eine unwirtliche, dunkle und gefährliche Welt schickt er uns seinen größten Schatz,
seinen Sohn. „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die
an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Johannes 3:16)

„Das war es schon? Fünf düstere Absätze gegen einen kurzen Vierzeiler! Welche Enttäuschung! Und
etwas Neues stand in den vier Zeilen ja auch nicht drin!“ - Manchmal leben wir eben in dunklen
Zeiten und das Schlechte scheint zu überwiegen. Und doch wiegen diese vier Zeilen alles Vorherige
locker auf und haben mich ermuntert, dieses Licht und diese Liebe weiterzutragen und einen kleinen
musikalischen Weihnachtsgruß unserer Gemeinde zusammenzustellen:

Und? Was möchtest du tun? Wie möchtest du Gottes Liebe deinem Nächsten weiter geben?


 
 
24.12.2021, 13:59 Uhr
Autor: Sebastian
 
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