Heimat

 
 

Heimat, geliebte Heimat, Ort voller Wärme und Geborgenheit, Zuhause, vertraut.


Doch, Heimat, wer bist Du? Bist Du der Ort, an dem ich lebe? Oder Arbeite? Bist Du der Ort, den ich schon als Kind kannte und den ich immer noch kenne? Bist Du der vertraute Weg, den ich schon hunderte Male gegangen bin, wo ich jede kleine Veränderung sofort bemerke? Bist Du der Geruch nach den Dingen, die mir lieb sind?
Heimat, was bist Du ? Bist Du die Geborgenheit der eigenen vier Wände oder die Sicherheit meiner Familie? Bist Du das banale Gespräch oder der herzliche Gruß über den Gartenzaun? Bist Du die selbstverständliche Gastfreundschaft lange bekannter Menschen oder auch das Mitfühlen und die Herzlichkeit guter Freunde?
Heimat, wo bist Du? Bist Du vor oder hinter meiner Haustür? Bist Du auf der blühenden Frühlingswiese oder im rauschenden Wald? Bist Du in der Erde oder bist Du in der Luft?
Heimat, wie bist Du? Bist Du friedlich und still? Bist Du beruhigend und machst mich innerlich glücklich?
Ach Heimat, bist Du nicht auch laut und aufregend, gereizt? Bist Du nicht auch das störende Geräusch, das schon viel zu lange meine Nerven strapaziert? Bist Du nicht auch der nasskalte Wintertag mit viel zu schlechtem Wetter? Bist Du nicht auch das kahle Wohngebiet oder die stinkende Verkehrskreuzung? Bist Du nicht auch der verstockte Mitmensch oder der abweisende Blick? Bist Du nicht auch der unnötige Streit oder die Sorge? Bist Du nicht auch das unausgesprochene Wort und der unbekannte Weg? Bist Du nicht auch die Angst vor dem sich Ändernden? Und bist Du nicht auch der Ort, an dem ich sein muss, aber den ich mir nie erträumt hatte?
Heimat, das alles bist Du! Und doch bist Du meine Heimat! Mit allem, was mir lieb ist und mit allem Unangenehmen dazu. Du bist überall um mich herum, doch zuerst bist Du im Herzen. Du willst geliebt und gepflegt werden. Um mich an Dir zu erfreuen, muss ich an Dir arbeiten. Du gibst das zurück, was ich in Dich investiere, und Du verweigerst mir das, was ich Dir nicht gebe.
Und doch bist Du meine Heimat. Ich bin hierher gestellt worden, Dich zu pflegen. Überall spüre ich Dich, in der Natur, in der Familie, in Freunden, in der Musik! Ich möchte dem, der mich zu Dir gebracht hat, danken! Danke, mein Gott, dass ich hier sein darf! Hilf mir, diese meine Heimat zu pflegen und zu erhalten. Und das, was Generationen vor mir für mich gebaut haben, für unsere Kinder und Enkel weiter zu gestalten !
Danke, Gott, für diese Aufgabe aber auch für dieses Geschenk – Unsere Heimat!


 
 
18.06.2018, 21:13 Uhr
Autor: Sebastian (Sib)
 
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